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Dr. med. H. D., Hypertonie, Bronchitis etc.
Erfahrungsbericht über meinen Aufenthalt in der Zimmermann-Klinik vom 20.11. - 04.12.1991

Dem Rat von Freunden folgend, denen die Zimmermann-Klinik bekannt war, kam es zur Kontaktaufnahme mit der Klinik und zu einer subtilen Erstuntersuchung durch den Chefarzt Dr. Zimmermann von 3 Stunden Dauer für meine Frau und mich nach Mayr'schen Untersuchungsprinzipien der Diagnosefindung aus dem gegenwärtig apparenten Status des Patienten.

Vom Zeitpunkt der stationären Aufnahme an fühlt man sich in die ungewöhnlich fröhlich-harmonisch-besinnliche Atmosphäre des Hauses eingebettet und nimmt mit Selbstverständlichkeit die Alltagsgewohnheiten eines Zimmermannpatienten an: als Frühtrunk sanftes Bitterwasser, die Morgengymnastik mit Blick auf den ruhenden See, tagsüber 5-6 Einnahmen eines Basenpulvers, dann das altbackene, in dünnste Scheiben geschnittene Frühstücksbrötchen mit etwas heißer Milch, welches mit hingebungsvollem, etwa 30-minütigem Kauen und Einspeicheln als wichtigem Beitrag zur Mayr-Diät verzehrt wird; täglicher Besuch bei dem zuständigen Arzt mit persönlichem Gespräch und Darmmassage, dann physikalische Maßnahmen wie Lymphdrainage, Teilmassagen, Sauerstoff­-Therapie; dreimal in der Woche Colon-Hydro-Therapie (Darmspülung mit einer aus der Raumfahrt stammenden Apparatur), welche als angenehm und sehr entlastend empfunden werden; gegen 11 Uhr die basische Gemüsebrühe, welche den meisten Patienten als kulinarischer Höhepunkt sehr willkommen ist, dann eine Stunde Bettruhe mit Heusackapplikation, sodann das Mittagsbrötchen mit Milch. Am Nachmittag ist Zeit für Bewegung: Spaziergänge oder Exkursionen in die reizvolle Umgebung. Um 18 Uhr wird das Abendbrötchen serviert, sodann folgen öfters Vorträge über die F.X. Mayr-Diät und andere sachbezogene Themen.

Der typische Begleiter des Zimmermannpatienten ist ein Trinkglas oder eine große Thermoskanne mit frisch zubereiteten, immer wechselnden Kräutertees, um eine Flüssigkeitszufuhr von 3-4 Liter pro Tag zu gewährleisten. Gegen 21-22 Uhr tritt in der Klinik eine strikt beachtete und willkommene Ruhe ein.

Eine wohltuende Entdeckung: Es gibt keine Aktion oder Maßnahme im Verlauf des Klinikalltags, welche mit unangenehmen Begleiterscheinungen behaftet wäre. Man empfindet als Patient alle Maßnahmen als einer vernünftigen, wohl konzipierten Ganzheitsmedizin zugehörend. Es gibt keine Entzugsreaktionen keine Hungergefühle noch etwaige Negativeinflüsse von der Klinikatmosphäre her.

Meine Beschwerden, therapieresistente Hypertonie (RR 190-200 90), erhebliche Belastungsdyspnoe bei chronisch-obstruktiver Bronchitis, Varicosis am linken Unterschenkel, Ekzemneigung an beiden Unterschenkeln, LWS-Syndrom, Fingersteifigkeit morgens, Parästhesien an den Zehen, verringerten sich sichtbar und messbar schon nach 5 Tagen; es trat ein Befreiungsgefühl im Brustraum durch deutliche Entspannung und Volumenverringerung des Bauchraums ein; nach einer Woche fühlbare Steigerung des Lebensgefühls, nach 10 Tagen fortschreitende Besserung der Ekzeme und Parästhesien sowie Verringerung des Füllungszustandes der Varizen. Nach 2 Wochen finde ich meine Belastungsdyspnoe um 80% verringert, eine Kataraktaufhellung in dem noch nicht operierten rechten Auge scheint sich anzukündigen.

In den letzten Behandlungstagen wird die Diätform durch Zulagen aufgelockert. Kontrollen zu Beginn und am Ende der Behandlung in einem bestens ausgestatteten Labor objektivieren die Behandlungserfolge.

Nach einer wiederum eingehenden Abschlussuntersuchung durch den Chefarzt habe ich die Klinik verlassen mit dem überzeugten Bewusstsein einer entscheidenden Besserung meines Gesundheitszustandes, mit der Absicht, viele der im Klinikalltag übernommenen Gewohnheiten in entsprechender Modifizierung auf meinen künftigen Alltag zu übertragen und im Bedarfsfalle mit Vergnügen einen weiteren Klinikaufenthalt zu planen.

Dr. med. H. D., Chefarzt Radiologie

 
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