Von Allergie bis Rheuma
Seitdem Prominente öffentlich für die Darmspiegelung werben und Forscher erkannt haben, dass im Darm das „zweite Gehirn“ sitzt, ist unser zentrales Verdauungsorgan aus seinem Schattendasein herausgetreten. Das Interesse ist groß, denn Verdauungsprobleme sind weit verbreitet.
Mayr-Ärzte vertreten die Ansicht, dass eine gestörte Verdauung zu einer
Selbstvergiftung aus dem Darm führen und immer diverse Krankheiten wie
z.B. Migräne, Rheuma, Neurodermitis, Allergien und Bluthochdruck
hervorrufen kann.
Download als PDF-Datei: Ein gesunder Darm als Basis der Therapie
Die Ursache der meisten chronischen Erkrankungen, wie
Rheuma, Arteriosklerose, Bluthochdruck, Krebs oder Allergien, sind nach wie vor
weitgehend unbekannt. Das Verschwinden der Krankheitssymptome mittels moderner
Medikamente darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass man damit keinesfalls
Krankheit beseitigt hat. Eher könnte man von einem „Waffenstillstand" sprechen,
unter dessen trügerischer Oberfläche sich langfristig neues Unheil anbahnt.
Diese scheingesunden sind dann oft rätselhaft müde und ständig unnatürlich
erschöpft, ohne dass man einen Grund dafür findet.
Die moderne Medizin hat bemerkenswerte Fortschritte gemacht,
was die akuten Krankheiten betrifft. Die chronischen Erkrankungen jedoch
trotzdem nahezu jeder Therapie und nehmen unaufhaltsam zu. Eine Lösung für
dieses Problem hat der Arzt Dr. F. X. Mayr (1875-1965) gefunden. Er erkannte,
dass im Verdauungssystem der Schlüssel für unsere Gesundheit liegt. Am Beispiel
der Allergien lässt sich dies kurz erläutern: Da diese sich vorzugsweise über
die Schleimhäute manifestieren, liegt der Gedanke nahe, dass das größte
Schleimhautorgan des Körpers - der Darm - damit in Zusammenhang steht. Wie man
heute weiß, sind 70 bis 80 Prozent des Immunsystems in der Schleimhaut des
Verdauungsapparates lokalisiert. Das heißt, jede Störung des Darmes kann die Immunität irritieren,
anpeitschen oder dauerhaft lähmen. In der Tat stellen Allergien überschießende
Reaktionen des geschwächten Immunsystems des Verdauungstraktes dar, so dass man
diesem bei allen (!) allergischen Erkrankungen, z.B. auch bei der
Neurodermitis, besondere Aufmerksamkeit widmen sollte.
Nicht das
Lebensmittel, der Darm verursacht das Leid
So weiß man heute, dass bei über 80 Prozent der Allergiker
der Hefepilz Candida im Darm vorliegt - sicher auch eine Folge des unkritischen
Gebrauchs von Antibiotika sowie des hohen Zuckerkonsums. Diese Hefepilze
irritieren in hohem Maß das darmständige Immunsystem, was zu einer Schwächung oder
Überreizung führt. So kommt es zunächst zu einer falschen Reaktion des
Immunsystems auf bestimmte Lebensmittel. Testen wir einen solchen Allergiker
gründlich genug aus, so finden wir nicht selten Unverträglichkeiten von 150-200
Lebensmitteln, so dass der Betreffende eigentlich überhaupt nichts mehr essen
dürfte. Törichterweise betrachten wir die Lebensmittel als Ursache des Leidens
und vergessen die gestörte Immunfunktion des kranken Darms, den man durchaus
beruhigen könnte!
Allerdings dürfen wir andere, das Immunsystem schädigende
Faktoren nicht unterschätzen, wie Umweltgifte, Stress und Überforderung.
Mayr-Ärzte gehen davon aus, dass nahezu jedes schlechte Befinden und jede
Krankheit auf eine Giftwirkung
zurückzuführen ist. Allerdings sind Umweltgifte zumeist nicht als Ursache,
sondern lediglich als Auslöser zu sehen.
Neben den Entgiftungs- und Ausscheidungsorganen Leber,
Nieren, Lunge und Haut sollte besonders der Darm, unser größtes
Stoffwechselorgan und Zentrum des Immunsystems, bestmöglich funktionieren, um
besser mit Giften umgehen zu können.
Die Erfahrung zeigt allerdings, dass der Verdauungstrakt bei
vielen Menschen tiefgreifend gestört ist. Sie klagen über übel riechende Gase,
Völlegefühl, Unbehagen im Bauch, Verstopfung oder breiigen Stuhlgang. Das sind
oft Anzeichen einer bakteriellen Zersetzung unverdauter Nahrungsstoffe, bei der
sich hochpotente Gifte bilden können, wie Formaldehyd, Fuselalkohole und
Leichengifte.
Eine starke Gasbildung überdehnt zusätzlich zur spezifisch
schädlichen Wirkung den Darm, lässt ihn erschlaffen, führt zu Aussackungen der
Darmwand, den Divertikeln, treibt den Leib auf und belastet das Herz. Die
Darmwand verdünnt sich aufgrund der Überdehnung und verliert zusehends die
Fähigkeit zu Selbstreinigung. Der oft belächelte Begriff der Verschlackung ist
hier durchaus angebracht. Bei der bakteriellen Zersetzung der beachtlichen
Rückstände entstehen nun die oben genannten Giftstoffe. Diese können in die
Blut - und Lymphbahn gelangen und führen so zu einer Rückvergiftung aus dem
Darm. Kein Wunder, dass sich die betroffenen Personen ständig müde und kaputt,
krank und elend fühlen.
Entgiftungsorgane
stärken - vor allem den Darm
Zu den gestörten Darmverhältnissen haben zahlreiche Umstände
beigetragen:
- der oft unkritische
Gebrauch von Antibiotika
- eine nährstoffarme und
schadstoffbelastete Kost
- Spülmittelrückstände am
Geschirr: Sie verändern die physikalischen Verhältnisse im Darm
nachteilig, indem sie die Oberflächenspannung der Schleimhaut herabsetzten,
- die oft mangelhafte
Esskultur mit zu schnellem, zu reichlichem Essen sowie Mahlzeiten zur
falschen Zeit.
Die überschießende menge körpereigener Stoffwechselprodukte
vermag der Organismus nicht mehr zu verarbeiten und auszuscheiden. In der Folge
kommt es zu Ablagerungen in den Gefäßen und im Bindegewebe, der Transitstrecke
zu Versorgung der Organe. Aber auch zu Beeinträchtigungen der Muskeln und Gelenke, die sich durch ihre
eigenen Stoffwechselprodukte regelrecht vergiften. Dadurch erklären sich viele
der ansonsten rätselhaften Beschwerden und chronischen Krankheiten.
Organe, Gefäße und
Gewebe ersticken am eigenen Müll
Aus diesem Grund orientiert sich die Ausleitungstherapie
nach Dr. F. X. Mayr vor allem am Verdauungstrakt. Verbessert sich dessen
Funktion, hat dies erfahrungsgemäß einen nachhaltigen positiven Effekt auf eine
Vielzahl von Krankheiten, weil so der krankmachende Boden saniert wird. Diese
Zusammenhänge zeigte vor allem Professor Dr. med. Karl Pirlet, der an der
Universität in Frankfurt am Main lehrte. Bereits vor Jahrzehnten wies er die
Natur der Gifte nach, auf die er im Darm wie auch im ganzen Organismus stieß.
Pirlet prägte den Begriff von der „Selbstvergiftung aus dem Darm". Er sah in
dieser intestinalen Autointoxikation eine wesentliche Ursache zahlloser
chronischer Krankheiten.
Vergessen wir auch nicht die „hausgemachten" Schäden durch
unüberlegte Nahrungsmittelauswahl. Sowohl deftige Hausmannskost als auch ein
Übermaß an Rohkost, Körnern und Obst kann den angeschlagenen Darm weiter
schädigen. Vor allem wenn keine entsprechende „Esskultur" gepflegt wird. Wenn
dann noch Darmpilze vorliegen, kann der Alkoholspiegel im Blut beträchtlich
ansteigen. Diese Menschen erkennt man vielfach bereits an der Rötung des
Gesichtes oder an den geplatzten Äderchen, wie ja auch bei Personen mit hohem
Alkoholkonsum zu sehen ist.
Das vorrangige Zeil bei chronischen Krankheiten ist also,
die Entgiftungsleistung des Verdauungssystems wieder herzustellen. Dazu müssen
zunächst giftbildende Rückstände und die krankmachende Darmflora ausgeschieden
werden. Das ist die Grundüberlegung nach Dr. F. X. Mayr. Hierbei helfen
Bittersalzlösungen (Magnesiumsulfat, 1 TL auf 250 ml Wasser), welche den Darm
sanft reinigen.
Daneben gibt es die Methode der Colon-Hydro-Therapie, eine
sanfte Dickdarm-Wasserspülung mittels eines speziellen Gerätes. Es handelt sich
dabei um die Weiterentwicklung der von Robert Bosch 1935 entwickelten
„subaqualen Darmbäder" (=in einer Wanne unter Wasser), wie bis in die siebziger
Jahre in nahezu allen Kliniken Europas eine Selbstverständlichkeit war, dann
jedoch in Vergessenheit gerieten. Nach einer solchen Darmspülung geht es den
meisten Patienten wesentlich besser! Und zwar nicht nur im bauch, sondern auch
im Hinblick auf die vom gestörten Darm ausgehenden Beschwerden wie Kopfschmerzen,
chronische Müdigkeit, Herzbeschwerden, Hauterkrankungen, Allergien,
rheumatische Beschwerden, vielfach sogar depressiven Verstimmungen.
Esskultur und
verdauliche Kost helfen dem Darm
Mittelfristig streben wir an, die natürliche Selbstreinigungsfähigkeit
der Darmschleimhaut wiederherzustellen. Dazu verhilft eine leicht verdauliche
Nahrung und eine gewisse Esskultur: langsam kauen, richtig einspeicheln, sich
Zeit zum Essen nehmen. Die viel gepriesenen Ballaststoffe in roher Form gehören
in diesem Stadium noch nicht dazu. Wenn die Ernährungsumstellung nicht hilft,
muss man noch einen schritt weiter gehen und unter Umständen den Darm durch
eine völlige Nahrungsenthaltung entlasten. Von Alters her gilt das Heilfasten
als der königliche Heilweg zur Gesundheit.
Ich möchte folgendes
Fazit ziehen:
Die Darmvergiftung ist der Schlüssel zum Verständnis vieler
Beschwerden und Krankheiten, die Darmentgiftung möglicherweise die Lösung. Wir
behandeln damit nicht spezifische Krankheiten, sondern den erkrankten Menschen,
dessen Gesundheit in seinem Verdauungssystem wurzelt.
Dr. med. Michael Zimmermann
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