|
Chronische Müdigkeit ist ein Symptom, über das immer mehr Menschen – auch und gerade junge Menschen - klagen. Sie fühlen sich kraftlos, schlapp, „zu nichts mehr fähig“. Es ist wie eine stumme Epidemie, die das Land überschwemmt und Tausende von Menschen zurücklässt, die mit den normalen Anforderungen des täglichen Lebens immer weniger zurechtkommen.
Download als PDF-Datei: Wenn Müdigkeit zur Krankheit wird
BIO: Wie kommt es, dass heute junge Menschen -
interessanterweise als „Null-Bock-Generation" bezeichnet - so saft- und
kraftlos wirken und sich auch so fühlen? Dass ihnen alles zu viel wird und sie
keinen Belastungen mehr gewachsen sind? Es gibt hier ja wohl verschiedene Stufen
der Müdigkeit, welche bis hin zu einem extremen und völlig unverhältnismäßigen
Stadium der völligen Apathie reichen soll. Steckt hier ein Virus dahinter,
welche Erfahrungen haben Sie in Ihrer Klinik mit dieser zunehmenden Problematik
gemacht?
Dr. Zimmermann: Der allgemein verbreiteten Müdigkeit und Unlust
liegen sicherlich sehr komplexe Ursachen zugrunde, die vor allem durch unseren
modernen Lebensstil bedingt sind: Der Mensch hat einfach die Balance verloren!
Auf der einen Seite Überforderungen von Seiten der Ernährung bei gleichzeitig
unzureichenden Verdauungs- und Drüsenfunktionen - gefördert durch eine
mangelnde körperliche Betätigung und Ausscheidung.
Dann der Stress oder besser gesagt die falsche Einstellung zum Stress,
der ja durchaus auch seine positiven Seiten hat. Die Reizüberflutung in
jeglicher Hinsicht und nicht zuletzt die seelische Zerrissenheit vieler
Menschen.
Hierbei ist interessant, dass die Wechselbeziehungen zwischen Körper,
Seele und Geist bereits den alten Hochkulturen wohl bekannt waren etwa durch
die Lehre von Yin und Yang. Es ist ja auch nur einsichtig - und die moderne
Wissenschaft bestätigt dies zunehmend, dass ein gestörter Stoffwechsel vor
allem des Darmes einen günstigen Nährboden bietet nicht nur für Erkrankungen
jeder Art, sondern auch für die Gemütsstörungen wie Niedergeschlagenheit und
Depressionen, welche ja in der Regel mit Lustlosigkeit und körperlich-seelisch-geistigen
Erschöpfungs- und Müdigkeitszuständen verbunden sind.
BIO: Als Spezialist für therapieresistente
Erkrankungen betonen Sie aufgrund Ihrer langjährigen Beobachtungen an Patienten
aus aller Welt immer wieder, dass chronische Verdauungsstörungen den Menschen
in jeder Hinsicht krank machen, damit auch müde, lethargisch, leistungsschwach
und depressiv.
Dr. Zimmermann: Sehr bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang
ein Wort des Nobelpreisträgers Professor Wagner von Jauregg: „Man könnte den
meisten Menschen den Weg in die Geistesheilanstalt oder in die Psychopharmaka
ersparen, wenn man ihnen nur fachgerecht den Darm reinigen würde!"
Diese positive Wirkung einer Darmreinigung und Sanierung können wir
zunächst ganz allgemein bestätigen bei der Behandlung von Erkrankungen chronischer
Natur und ganz speziell bei dem heute angesprochenen Problemkreis, der
weitverbreiteten und immer mehr zunehmenden Müdigkeit und Erschöpfung, die in
den letzten fünfzehn Jahren geradezu eskaliert bis hin grotesken Formen der
völligen Apathie.
BIO: Sie sprechen hier wohl vom sogenannten chronischen
Fatigue-Syndrom, dem chronischen Ermüdungssyndrom. Was hat es damit auf sich?
Dr. Zimmermann: Es handelt sich hierbei um eine extreme
Form einer inadäquaten und tiefgreifenden körperlichen und geistigen
Erschöpfung, welche in dieser Form anfangs der achtziger Jahre erstmals in den
USA in Incline Village, Kalifornien, festgestellt wurde. Seitdem hat dieses
Leiden in geradezu beängstigender Weise zugenommen und sich auf der ganzen Welt
verbreitet.
Immense Forschungsarbeit wurde geleistet, um Hintergründen auf die Spur
zu kommen, ohne dass es allerdings zu einer einheitlichen Meinung unter den
Wissenschaftlern gekommen wäre. Im Wesentlichen stehen hier drei Theorien zur
Diskussion:
Einmal die Infektionstheorie, also eine Epidemie, durch den sogenannten
Epstein-Barr-Virus, welcher in Afrika auch bestimmte Krebsformen bewirkt, wie
z.B. das Burkitt-Lymphom. In der Tat stellt man bei einem ziemlich hohen
Prozentsatz dieser Kranken Antikörper gegen diese (und andere) Viren fest als
Zeichen einer Auseinandersetzung des Körpers, doch keineswegs bei allen
Erkrankten!
Als zweites wird eine Erkrankung des Immunsystems erwogen, da bei
fünfzig bis achtzig Prozent der Erkrankten gut definierte Allergien der
Darmschleimhaut vorliegen gegen eine Vielzahl von Nahrungsmitteln aber auch
Allergien gegen eigene Körperstrukturen. Wir sprechen hier von den sogenannten
Autoimmunerkrankungen, bei welchen das körpereigene Abwehrsystem nicht mehr
unterscheiden kann zwischen Fremdstoffen wie Viren und Bakterien und dem eigenen
Organismus und so den eigenen Körper angreift und unter Umständen zerstört.
Die dritte Überlegung nun scheint mir aufgrund vielfältiger eigener und
positiver Erfahrung mit dem Krankheitsbild die einleuchtendste, nämlich die
Hypothese einer Vergiftung aus dem Verdauungstrakt.
BIO: Diesen Zusammenhang haben wir ja bei vielen
anderen Problemerkrankungen schon des Öfteren mit Ihnen erörtert. Gibt es nun
genauere Kenntnisse über die Art dieser Gifte?
Dr. Zimmermann: Die Giftquelle scheint hier ein gewöhnlicher
Hefepilz des Darmes zu sein, die sogenannte Candida albicans, welche ein
Nervengift bildet, das sogenannte d-Arabinol, welches nicht nur die Erschöpfung
bewirkt sondern auch eine Vielzahl anderer Symptome, wie
Lymphdrüsenschwellungen, leichtes Fieber und Frösteln, Muskelschwäche sowie
Muskel- und Gelenkschmerzen, plötzlich auftretende Sehstörungen und
Lichtscheu, Schlafstörungen und zum Teil extreme mentale Störungen wie die
Unfähigkeit, einfachste Probleme zu lösen oder Vergesslichkeit und Konzentrationsstörungen.
Es handelt sich hierbei um unspezifische Symptome, welche auch bei
zahlreichen anderen Erkrankungen auftreten, etwa bei der Multiplen Sklerose,
der Alzheimer-Krankheit, einer bestimmten Form der Leukämie, der
Schilddrüsenunterfunktion, oder dem Lymphdrüsenkrebs, so dass es schon großer
Erfahrung bedarf zum Ausschluss dieser Erkrankungen.
BIO: In einem Vortrag wiesen Sie unter anderem
auch auf folgende interessante Erkenntnis hin; dass nämlich auch die heute so
viel diskutierte Koordination von linker und rechter Gehirnhälfte durch die
Candida - Problematik gestört wird.
Dr. Zimmermann: Ein ganz wichtiger Gesichtspunkt, da erst
das harmonische Zusammenwirken von linker und rechter Hirnhälfte die innere
„Balance" des Menschen bewirkt. Hier greift offensichtlich ein weiteres
Stoffwechselprodukt dieses Candida-Hefepilzes äußerst störend ein, das
sogenannte Acetaldehyd, welches eine Desintegration von rechter und linker Gehirnhälfte
bewirkt, ein Auseinanderfallen von „Fühlen" und „rationellem Wollen", d.h. wir
geraten aus dem Gleichgewicht und werden krank.
BIO: Wem würden Sie also raten, sich einmal gründlich
durchchecken zu lassen, bei welchen Symptomen ist Gefahr gezeigt?
Dr. Zimmermann: Einmal beim Auftreten der geschilderten Symptome,
welche allerdings auch für zahlreiche andere Krankheiten sprechen können.
Zumeist geht diesen Zuständen übrigens ein häufiger Gebrauch von Antibiotika
voraus, welche das Überhandnehmen von Candida bewirkt. Ein äußerst wichtiger
Hinweis ist weiter das Vorliegen eines extremen Verlangens nach Süßigkeiten,
also nach Zucker.
Leider lieben wir ja zumeist die Dinge, welche uns am meisten schaden -
und so auch hier, da Zucken den wichtigsten Wachstumsförderer für Candida
darstellt.
BIO: Das bedeutet, man sollte bei solchen
Krankheitszeichen am besten den Zuckerkonsum radikal streichen?
Dr. Zimmermann: Leider ist es so einfach nicht. Denn dann
entfällt der wichtigste Nährstoff für Candida - große Mengen dieser Pilze
sterben ab und setzen beim Zerfall hochgiftige Substanzen frei, welche unter
Umständen heftigste, ja sogar lebensbedrohliche Reaktionen bewirken können. Wir
sprechen hier von der sogenannten Herxheimer-Reaktion.
BIO: Wozu raten Sie dann?
Dr. Zimmermann: Einmal müssen bestimmte Anti-Candida-Medikamente verabreicht werden, dann natürlich der Zuckerkonsum in
jeglicher Form für einige Monate völlig eliminiert werden. Da dies, wie erwähnt,
einen kritischen Zerfall und die Freisetzung von Giften im Darm bewirkt, was
unseren Organismus unter Umständen völlig überfordert, wird verständlich, dass
eine Beschleunigung der Darmpassage mit bestimmten Maßnahmen das Übel an der
Wurzel angreift. So können die Zerfallsgifte ausgeschwemmt werden, ehe sie in
die Blut - und Lymphbahn übertreten und dort äußerst nachteilige Wirkungen
auslösen. Nur so ist die positive und überzeugende Wirkung einer gezielten Darmsanierung
auf das Müdigkeits-Syndrom zu verstehen.
Der Entdecker dieser Zusammenhänge, der kalifornische Internist Dr.
Jesop gibt hier übrigens eine Heilungsrate von 90(!) Prozent an. Eine solche
Verbesserung eines ansonsten unheilbaren Leidens ist natürlich kein Zufall,
sondern bestätigt die Richtigkeit der Regel: „Wer heilt, hat recht."
BIO: Herr Dr. Zimmermann, wir danken Ihnen sehr
herzlich für das Gespräch!
|