Hintergründe und Hilfen
Die Menschen der Industrienationen werden immer älter. Oft
bleiben nach der Pensionierung noch viele Jahre, in denen man sein Leben - befreit
vom beruflichen Stress - noch richtig genießen könnte. Doch eine Unzahl von
Zivilisationskrankheiten macht vielen älteren Menschen hier einen Strich durch
die Rechnung.
Wie man degenerativen Gelenkerkrankungen wirksam begegnen kann,
zeigt das BIO-Gespräch mit Chefarzt Dr. Michael Zimmermann von der Fachklinik
für chronische und therapieresistente Erkrankungen in Badenweiler.
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Arthrose - eine Stoffwechselerkrankung 79.51 Kb
BIO: Unter arthritischen
Veränderungen der Gelenke leiden immer mehr Menschen im fortgeschrittenen
Lebensalter. Es handelt sich um typische Verschleißerscheinungen, die
schließlich zu einer Verschleißerscheinung der betroffenen Gelenke führen
können (z.B. von Finger-, Knie-, Schulter-, Hüftgelenken). Bislang ging man
davon aus, dass solche abgenutzten Gelenke als schicksalhaft hingenommen werden
müssen. Teilen Sie diese Meinung?
Dr. Zimmermann:
Wie bei so vielen chronischen und therapieresistenten Erkrankungen hat auch
hier ein Umdenkprozess in der Medizin eingesetzt. Wissenschaftliche
Erkenntnisse der vergangenen Jahre haben nämlich ergeben, dass es unter
gewissen Umständen durchaus zu einer Regeneration selbst erhebliche
geschädigter Gelenke kommen kann. Das bedeutet nichts anderes, als dass die
bisherige Einschätzung der Arthrose als reine „Abnutzung" und „Verschleiß" in
Frage gestellt werden muss. Ist es denn nicht auch verwunderlich, dass viele
durch schwere körperliche Arbeit belastete,- oder auch stark übergewichtige
Menschen keineswegs eine Arthrose entwickeln - und andererseits geschonte
Menschen an solchen Arthrosen leiden? Wir müssen annehmen, dass bei letzteren
Störungen des individuellen Stoff-Wechsels vorliegen, welche zu einem inadäquaten
Verschleiß der Gelenke führen.
BIO: Sollte der
Verdauungsapparat etwa auch hier eine ausschlaggebende Rolle spielen, wie Sie
uns das schon bei zahlreichen Problemerkrankungen vor Augen geführt haben?
Dr. Zimmerman:
Hier findet in der Tat die Umsetzung der Nahrung statt, - d.h. der Wechsel der
Nähr- oder Schadstoffe durch die Schleimhaut des Darmes in das strömende Blut.
Daher der Begriff Stoffwechsel. So gelangen diese Substanzen zu unseren Muskeln,
Organen und Gelenken und können dort aufbauende, schützende oder auch
schädigende Wirkung ausüben- je nach Zusammensetzung des Blutes eben.
BIO: Lässt sich also
vorbeugend etwas gegen dieses oft sehr schmerzhafte Leiden unternehmen und wie
kann man den gefürchteten Bewegungseinschränkungen vorbeugen?
Dr. Zimmermann: Selbstverständlich
einzig und allein durch die Behandlung der Ursache - und wenn diese in einer Funktionsstörung des
Versauungssystems besteht, muss eben diese angegangen werden, -d.h. das gestörte
Darmmilieu, - sozusagen der „Boden", in welchem die „Pflanze" Mensch wurzelt
muss saniert werden.
BIO: Ein einleuchtender
Gedanke, - doch in dieser Richtung wird ja bereits seit vielen Jahren
diskutiert und experimentiert mit Ernährungsumstellung, Vollwertkost,
Symbioselenkung etc., wobei die Langzeitergebnisse im Rückblick allerdings eher
ernüchternd sind. Es wird immer offenkundiger, dass hier eine Denklücke
bestehen muss!
Dr. Zimmermann: Das
ist hier überhaupt der Schlüsselgedanke. das verbindende und bestimmende Element
zwischen Nahrung und Stoffwechsel ist die gestörte Funktionsfähigkeit des
hochdifferenzierten Verdauungssystems, welches wir heute nahezu durchweg als
tiefgreifend gestört bezeichnen müssen. Die Zahlen für Darmkrebs sprechen übrigens
eine beredte Sprache.
Wir finden fast überwiegend wesentliche Vergrößerungen und
Schwellungen des Darmes infolge lymphatischer Stauungen, - woraus der
sogenannte „große Bauch" resultiert, - z.T. hochgradige Erschlaffungen und
Verlängerungen des Darmes mit Bildung von Divertikeln und Polypen,-
Ablagerungen zersetzten Kotes mit Gärungs- und Fäulnisprozessen, - mangelnde
Durchblutung der Schleimhaut und Entzündungen. Kann man erwarten, dass ein
solcher Darm eine Vollwertkost auch nur annähernd zu verwerten weiß?
BIO: Ganz gewiss nicht,
da eine solche anspruchsvolle und hochwertige Kost zunächst eine gute Funktionsfähigkeit
von Darm und Drüsen voraussetzt. Man kann sich sogar vorstellen, dass z.B.
Obst, Rohkost und Körner zunächst eine weitere Reizung und Schädigung bewirken
müssen. Doch was hat denn letztlich den Darm so krank gemacht?
Dr. Zimmermann: Die
Überforderung im weitesten Sinne durch die sogenannten Kardinalfehler in der
Ernährungsweise: Wir essen zu schnell, zu viel, zur falschen Zeit, - hier vor
allem am Abend. Wir trinken durchweg viel zu wenig und ernähren und häufig zu
„gesund". - d.h. mit einer angesichts des funktionsgestörten Darmes zu
anspruchsvollen und gärungsfreudigen Kost.
All dies führt zu einer unmerklich zunehmenden Schädigung
des Darmes, indem es allmählich zu einer Einschränkung der
Selbstreinigungsfähigkeit kommt, weil zu wenige Verdauungssäfte gebildet werden
- als wichtigstes hier Galle beispielsweise. Eine bakterielle Fehlbesiedelung
entwickelt sich, - etwa mit Pilzen wie der überaus weit verbreiteten Candida
albicans, deren Stoffwechselprodukte empfindlich in das darmständige
Immunsystem eingreifen. Es bilden sich zirkulierende Immunkomplexe, welche
Autoaggressionen (Selbstzerstörungen) auszulösen vermögen wie Neurodermitis, Allergien
oder eben Reizungen an den Knorpeln und den empfindlichen Kapseln der Gelenke bis hin
zu deren völliger Zerstörungen. Genau genommen müssen wir hier von einem
allergischen Geschehen sprechen.
BIO: Das sind ja geradezu
revolutionäre Überlegungen, - allerdings sehr überzeugend. Nicht auszudenken,
wenn tatsächlich diese unerkannte Störung und sozusagen Vergiftung aus dem Darm
für zahllose Problemerkrankungen verantwortlich wäre. Hätte die Medizin hiermit
nicht einen Schlüssel zur Gesundung in der Hand?
Dr. Zimmermann: Eine
ausgezeichnete Formulierung, zumal die Medizin zwar eine ganze Menge der Krankheit
versteht, - doch wenig von der Gesundheit, - alleine schon wegen deren seltenen
Vorkommens!
Es gilt also in erster Linie diesen genannten Ursachen Rechnung
zu tragen. Die Schwellung des Verdauungstraktes muss zurückgebildet werden.
Voraussetzung stellt hier eine sanfte und nachhaltige Reinigung dar, - bei
dessen Länge von etwa zehn Metern und häufiger Entzündung ein Unterfangen,
welches kundiger ärztlicher Anleitung bedarf. Wir verwenden hierzu milde
salinische Lösungen wie Bittersalz, welches über eine Galle treibende Wirkung
indirekt diese Reinigung bewirkt. Allerdings erfordert eine solche Reinigung mehrer
Wochen und sollte darum im häuslichen Umfeld zumindest mit regelmäßigem warmen
Wassereinläufen und reichlicher Trinkmenge unterstützt werden.
Als unterstützende Maßnahme hat sich hier die sogenannte
Colon-Hydro-Therapie außerordentlich bewährt, - vor allem bei schweren
Erkrankungen chronischer Natur. Es handelt sich hierbei um eine Entwicklung aus
der Weltraumtechnik, mit welcher der Dickdarm - das Colon - mittels einer Maschine behutsam und gefahrlos
gereinigt wird. Diese Maßnahme hat eine entstauende Wirkung auf die Darmwandung
und eine wesentlich verbesserte Durchblutung zur Folge. Da die
Dickdarmschleimhaut einen Hauptentgiftungsort darstellt z.B. für Schwermetalle
wie Blei, Quecksilber, Wismut, Calcium etc., ist das von ganz besonderer
Bedeutung angesichts der immer brisanter werdenden Umweltbelastung durch
Industriegifte usw., der wir ausgesetzt sind.
Weiter sollte für längere Zeit eine sorgfältig zubereitete
Kost im Sinne der Milden Ableitungs- Diät nach Dr. Rauch empfohlen werden. So
kann der medizinische Laie mit diesen einsichtigen Maßnahmen schon eine
Grundlage zur Verbesserung seiner Grund - Gesundheit und damit auch seiner
Gelenksituation schaffen. In vielen Fällen wird es allerdings erforderlich
sein, die Sanierung in Form einer stationären Behandlung vorzunehmen, welche
übrigens auch von den Krankenkassen als sogenannte Reha-Maßnahme unterstützt
wird.
BIO: Es scheint ohnehin
so, als ob es auch im Versicherungswesen in letzter Zeit eine größere Aufgeschlossenheit
besteht. Worauf führen Sie das zurück?
Dr. Zimmermann: Hauptsächlich
auf nüchternes Kosten-Nutzen-Denken, da zunehmend erkannt wird, dass bei den
chronischen und therapieresistenten Erkrankungen einem immer größeren Aufwand
an Diagnostik, Therapie und damit an Kosten ein verhältnismäßig bescheidener
Effekt gegenübersteht. Dann natürlich auch die positive Rückmeldung an die
Krankenkassen von Seiten solcher Kranker, denen die übliche Therapie nichts
mehr brachte und denen man mit unseren Mehroden oft durchgreifend und dauerhaft
helfen konnte.
BIO: Eine solche stationäre Therapie gestattet
sicher auch ein wesentlich gezielteres Vorgehen, bei welchem die physikalische
Therapie einen festen Stellenwert einnimmt?
Dr. Zimmermann: Das
ist richtig. Hier kann in bestimmten Fällen auch eine absolute Schonung des Verdauungssystems
gewährleistet werden durch Heilfasten in der geborgenen Atmosphäre einer
Klinik. Weiter werden klassische und moderne Verfahren der physikalischen
Medizin angewendet, d.h. Kneipp-Therapie, Bewegungstherapie, Massagen,
Lymphdrainage, Shiatsu etc. und vor allem das moderne und hochwirksame
Verfahren der auch Japan stammenden Tiefkältetherapie.
BIO: Kann man von Erfolgen sprechen, die man
nicht für möglich hielt?
Dr. Zimmermann: Da
unsere Patienten dies tun, oft frustriert durch lange Vorbehandlungen mit den
üblichen symptomatischen Methoden, sehe ich keinen Anlass das nicht auch zu
unterstreichen.
BIO: Herr Dr. Zimmermann, wir danken Ihnen
sehr herzlich für das interessante Gespräch, das sicherlich vielen Menschen
wieder neue Hoffnung zu geben vermag.
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