Verdauungsprobleme nicht auf die lange Bank schieben
Eines der schwerwiegendsten Gesundheitsprobleme unserer Zeit ist
die Selbstvergiftung aus dem Darm. Ihre negativen Auswirkungen auf andere
Organsysteme werden bisher noch viel zu wenig beachtet. Deshalb ist eine
intensivere Erforschung erforderlich, um mit einer geeigneten Therapie dieses
Kernproblem anzugehen. In jedem Fall muss die Entgiftungsleistung der Organe
wieder hergestellt werden.
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Jeder spricht davon, die Zeitungen berichten
darüber, auch Funk und Fernsehen nehmen dazu Stellung: Zahllose Giftstoffe
belasten unsere Umwelt und gefährden damit auch unsere Gesundheit. Bei einer Reihe
von Krankheiten ist ein solcher Zusammenhang ja längst erwiesen. Ich bin jedoch
der Ansicht, dass praktisch alle Krankheiten giftbedingt sind. Wir müssen uns
vor allem darüber im Klaren sein, dass die Ursachen der meisten chronischen
Erkrankungen nach wie vor unbekannt sind. Das trifft beispielsweise für Rheuma,
Arteriosklerose, Bluthochdruck, Krebs oder Allergien zu.
Die Möglichkeit der gelegentlich beeindruckenden
Beseitigung der Krankheitssymptome mittels moderner Medikamente darf hier nicht
darüber hinwegtäuschen, dass man damit keinesfalls die Krankheit beseitigt hat.
Eher könnte man von einem Waffenstillstand sprechen, unter dessen trügerischer
Oberfläche sich langfristig neues Unheil anbahnt. Diese Scheingesunden sind
dann oft rätselhaft müde und ständig unnatürlich erschöpft, ohne dass man einen
Grund dafür fände.
Wir biologisch orientierten Mayr-Ärzte gehen
davon aus, dass tatsächlich nahezu jedes schlechte Befinden und jede Krankheit
genau besehen auf eine Giftwirkung zurückzuführen ist. Diese Problematik wird
kurzfristig nicht zu lösen sein, sondern eine wichtige Aufgabe der nächsten
Jahrzehnte darstellen. Da wir uns den Abgasen oder den Rückständen von
Pestiziden und Insektiziden in unseren Lebensmitteln kaum entziehen können,
sollten wir insbesondere unser Immun- und Ausscheidungssystem hinsichtlich einer
besseren Abwehr dieser Umweltgifte stärken.
Stärkung
unserer Entgiftungsorgane
Wäre es nicht ein kluger Gedanke, in dieser
Situation primär für eine bestmögliche Funktion unserer Entgiftungs- und
Ausscheidungsorgane wie Leber, Darm, Nieren, Lunge und Haut zu sorgen, um
besser mit Giften umgehen zu können? Ich denke hierbei vor allem an den Darm,
unser größtes Stoffwechselorgan und darüber hinaus, das Zentrum unseres Immunsystems.
Bei sorgfältiger Prüfung müssen wir nun allerdings
feststellen, dass der Verdauungstrakt bei den meisten Menschen tiefgreifend gestört
ist. Viele Menschen klagen über übelriechende Gase und Völlegefühl, Unbehagen
im Bauchraum, Verstopfung oder breiigen Stuhlgang. Das sind jedoch in jedem
Fall Anzeichen einer bakteriellen Zersetzung, bei der sich hochpotente Gifte
bilden können, wie Formaldehyd, Fuselalkohole und Leichengifte.
Erst vor ein paar Monaten erinnerte ein
interessanter Artikel über Darmgase in einem Nachrichtenmagazin an ein derbes
Shakespearezitat: „Blast Winde und spaltet krachend die Backen." Offenbar ein
altes Problem! Umso verwunderlicher ist dann, dass es von der offiziellen
Medizin noch kaum beachtet wurde oder gar erforscht wird. Immerhin handelt es
sich bei diesen Gasen neben Wasserstoff und Kohlendioxyd um Schwefelwasserstoff
und Methan.
Eine solche Gasbildung überdehnt neben ihrer
spezifisch schädlichen Wirkung den Darm, lässt ihn erschlaffen, führt zu
Aussackungen der Darmwand, den so genannten Divertikeln, treibt den Leib auf
und belastet das Herz enorm. Die Darmwand verdünnt sich aufgrund dieser
Überdehnung und verliert zusehends Fähigkeit zur Selbstreinigung, so dass sie
einschmutzt.
Der oft belächelte Begriff der Verschlackung
ist hier durchaus angebracht. Bei der bakteriellen Zersetzung der oft ganz
beachtlichen Rückstände entstehen nun die oben genannten Giftstoffe. Diese
können in die Blut- und Lymphbahn gelangen und führen so zu einer regelrechten
Vergiftung aus dem Darm.
Organe
und Gewebe ersticken im eigenen Müll
Mit dem köpereigenen Müll erklären sich
viele für die übliche Medizin rätselhafte Beschwerden und Krankheiten. Daher
orientiert sich unsere Entgiftungstherapie nach Dr. F.X. Mayr, vor allem am
Verdauungstrakt. Ihn in seinen Funktionen zu verbessern, bewirkt erfahrungsgemäß
einen nachhaltigen positiven Einfluss auf eine Vielzahl von Krankheiten, weil
damit zuallererst der krankmachende Boden saniert wird.
Eine
Ursache vieler Krankheiten
Meiner Meinung nach haben viele Krankheiten
eine gemeinsame Ursache. Also neige ich auch zu einer einheitlichen Therapie.
Zum Einen ist es eine uralte ärztliche Erkenntnis, dass Krankheit und Tod im
Darm wurzeln, zum Anderen sind diese Zusammenhänge längst wissenschaftlich
nachgewiesen.
Ich nenne hier vor allem Professor Dr. med.
Karl Pirlet, der vormals an der Universität in Frankfurt am Main lehrte.
Bereits vor Jahrzehnten wies er die Natur dieser Gifte nach, auf die er im Darm
wie auch im ganzen Organismus stieß. Pirlet prägte den Begriff von der
„Selbstvergiftung aus dem Darm". Im Hinblick auf die bedrückende Zunahme
chronischer und therapieresistenter Erkrankungen wird uns also gar nichts
anderes übrig bleiben, als hier umzudenken.
Russischer
Toxikologe gleicher Meinung
Da wir unsere eigenen Erfahrungen gern noch
durch Erkenntnisse von Kollegen, auch von ausländischen Medizinern, ergänzen,
war ein Gedankenaustausch mit Prof. Eugeny A. Luzhnikow aus Moskau von großem
Wert. Der Besuch diente dem Erfahrungsaustausch über moderne
Entgiftungsmöglichkeiten bei chronischen Krankheiten und akuten Vergiftungen.
Durch unsere ehemalig leitende Ärztin, Frau
Dr. med. Frieda Schell, die einige Jahre mit dem russischen Toxikologen
zusammenarbeitete, kam der Kontakt zustande. Luzhnikow arbeitet an seinem
Moskauer Institut an einer zukunftsweisenden Methode, diese Gifte schon am Ort
der Entstehung zu binden. Luzhnikow unterstreicht durch seine Forschungsergebnisse
voll unsere Meinung: „ Auch wenn die naturwissenschaftliche Forschung der
letzten Jahrzehnte umwälzende Erkenntnisse gebracht hat, so müssen wir die
Behauptung unserer Großeltern als Erkenntnis von zeitlosem Wert voll und ganz
bestätigen: Dem Verdauungssystem muss man bei nahezu jeder Krankheit eine
elementare Bedeutung beimessen."
Alkoholbildung
im Darm
Wir haben schon öfter festgestellt, dass die
sogenannte „gesunde" Ernährung mit Salat, Obst oder gar rohen Körnern sehr
kritisch zu bewerten ist, da sie durch Bildung von giftigen Fuselalkoholen
großen Schaden anrichten kann.
Beispielsweise haben die Asiaten also gar
nicht so Unrecht, wenn sie praktisch keinerlei rohe Nahrung zu sich nehmen und
dennoch bei uns als ausgesprochen zäh und gesund gelten. Dies will ich wie
folgt begründen: Es finden sich im Darm von Roh- oder Vollwertköstlern häufig
erhebliche Störungen. Wenn dann Darmpilze, wie Candida vorliegen, kann sogar ein
Alkoholspiegel von bis zu 3,5 Promille entstehen.
Diese Menschen erkennt man vielfach bereits
an der Rötung des Gesichtes oder an geplatzten Äderchen, wie man das ja auch im
Allgemeinen bei Alkoholikern sieht. Ich sehr hier Perspektiven von ungeahnter Tragweite,
weil damit endlich ein Ansatzpunkt für viele Problemkrankheiten unserer Zeit
gegeben ist.
Nicht umsonst haben wir Patienten aus aller
Welt in unserer Klinik. Denn unser Ziel ist es, die Entgiftungsleistung des
Verdauungssystems und seiner Drüsen wieder herzustellen und zu verbessern.
Vorraussetzung dazu kann nur sein, zunächst einmal giftbildende Rückstände und
die krankmachende Darmflora auszuscheiden. Das ist überhaupt die Grundüberlegung
unserer Basismedizin nach Dr. F.X. Mayr. Hierbei helfen spezielle
Bittersalzlösungen einer ganz bestimmten Konzentration, welche sanft den Darm
reinigen, ohne dabei jedoch ein Abführmittel zu sein!
Daneben gibt es die hochmoderne Methode der
Colon-Hydro-Therapie. Es handelt sich dabei um eine sanfte Dickdarm-Wasserspülung
mittels eines speziellen Gerätes, einer Entwicklung, die wir der NASA (National
Aeronautics and Space Administration) verdanken. Danach geht es den meisten Patienten
wesentlich besser! Mittelfristig streben wir an, die natürliche Selbstreinigungsfähigkeit
der Darmschleimhaut wieder herzustellen.
Dabei ist eine leicht verdauliche Nahrung
und auch eine gewisse Esskultur wichtig (langsam kauen, richtig einspeicheln-
sich Zeit zum Essen nehmen). Die viel gepriesenen Ballaststoffe in roher Form
haben dabei jedoch absolut nichts zu suchen.
Fasten
ist gesund
Wenn diese normalen Umstellungen nicht
helfen, gehen wir einen Schritt weiter. Hier wird dann unter Umständen der Darm
durch eine völlige Nahrungsenthaltung, das sogenannte Heilfasten, ruhig gestellt.
Von Alters her gilt es als der königliche Heilweg zur Gesundheit.
Das Heilfasten sollte allerdings nur unter
fastenärztlich erfahrener Betreuung durchgeführt werden. Ich möchte das Fazit
ziehen: Die Darmvergiftung ist der Schlüssel zum Verständnis vieler Beschwerden
und Krankheiten, die Darmentgiftung möglicherweise die Lösung.
Dr. med. Michael Zimmermann
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