Wenn die Verdauung Probleme bereitet...
Mit großem Interesse wurden die
Hinweise und Informationen aufgenommen, die Dr. Michael Zimmermann beim
BIO-Leserseminar am oberbayrischen Eibsee den vielen Zuhörern bot. Er sprach
unter anderem über die Bedeutung einer gesunden - bzw. die Folgen einer
schlechten Verdauung und über die in diesem Zusammenhang in seiner Klinik
erfolgreich durchgeführte Darmsanierung. So manchen verblüffte er mit der
Mitteilung, dass die gepriesene Vollwert- und Rohkosternährung heute vielen
Menschen keineswegs zuträglich ist. Ja, dass sie bei einem bereits geschädigten
Verdauungstrakt sogar krankheitsfördernd wirkt. Wegen des anhaltenden
Interesses der BIO-Leser an diesem Themenkomplex fragten wir Dr. Zimmermann
detailliert nach seinen Erkenntnissen und den Therapiemöglichkeiten.
Download als PDF-Datei: Rohkost kannauchschädlich sein (203.64 KB)
BIO:
Herr Dr. Zimmermann, die Mitteilung, dass zum Beispiel die
vielgepriesene Rohkost aus Obst, Salaten, Körnern und Säften geradezu schädlich
und krankmachend sein kann, hat sehr überrascht. Gilt das generell?
Dr. Zimmermann: Es gilt auf jeden Fall bei Darmschädigungen und bei
Störungen des Verdauungstraktes. Wobei die Verdauungsfunktion der allermeisten
Menschen heute ganz erheblich gestört ist. Insofern sollte man sich in der Tat
fragen, ob das generelle Empfehlen einer Rohkosternährung zu verantworten ist.
BIO:
Das bedeutet doch, dass der Konsum von Rohkost wohlüberlegt sein
sollte?
Erschöpft durch Rohkost
Dr. Zimmermann: Dazu können wir nur nachdrücklich raten - insbesondere
was große Mengen davon betrifft. Der Fall einer 32 Jahre jungen Frau gibt ein
Beispiel dafür. Nach acht Jahren reiner Rohkosternährung war sie körperlich,
psychisch und seelisch nur noch ein Wrack. Ich habe sie im Alter von 22 Jahren
als blühendes Mädchen gekannt.
BIO:
Wie ist eine solche, im Zusammenhang mit dem verbreiteten Verständnis
von der wohltuenden , aufbauenden Wirkung der Rohkost, schwer verständliche
Entwicklung zur Krankheit statt zu Gesundheit und Wohlbefinden zu erklären?
Dr. Zimmermann: Nehmen wir als Beispiel für eine gestörte, also nicht
mehr gesunde Darmfunktion das weit verbreitete Übel der Verstopfung. Eine
Erscheinung, die viel zu wenig ernst genommen wird. Um diesem Übel Abhilfe zu
verschaffen, wird sehr häufig als therapeutische Maßnahme eine ballaststoffhaltige
und gärungsfreudige Kost mit einem hohen Maß an Obst, Salat, Rohkost, rohen
Körnern und Säften verordnet, um so den eingedickten Darminhalt zu erweichen.
Ein
durchaus schlüssiger Gedanke - der sich jedoch letztlich als schwerwiegender
Irrtum erweist. Denn die Verdauungsorgane sind infolge chronisch schleichender
Schädigung sehr oft gar nicht mehr in der Lage, eine solche anspruchsvolle Kost
auch nur annähernd zu verwerten.
BIO:
Und welche Folgen hat das?
Der Körper wird vergiftet
Dr. Zimmermann: Es tritt genau das Gegenteil von dem ein, was
ursprünglich erreicht werden sollte: Die sich bildenden Gärprodukte peitschen
zunächst den Darm zur Entschlackung an in Form von breiigen Stühlen und
versetzen die Darmschleimhaut in einen chronischen Reizzustand, so dass Sie
immer durchlässiger wird für diese Substanzen, welche in die Blut- und
Lymphzirkulation übertreten. Sie überschwemmen geradezu den gesamten
Organismus.
BIO: Es findet
also eine regelrechte Vergiftung statt?
Dr. Zimmermann: So ist es. Bei der bakteriellen Zersetzung
unverdauter Nahrungsstoffe entstehen hochpotente Giftstoffe. Diese Substanzen
bewirken langanhaltende Schäden an zellulären Strukturen und an den biochemischen
Funktionssystemen unseres Organismus. Hier sind die Begriffe Vergiftung und
Intoxikation tatsächlich angebracht.
BIO: Wie lautet
Ihr Behandlungskonzept für diese weitverbreiteten Darmschäden?
Dr. Zimmermann: Grundsätzlich geht es zunächst darum, den Darm mit
bestimmten Maßnahmen behutsam von zersetzten Rückständen zu reinigen. Denn sie
verursachen in erheblichem Maße einen kontinuierlich schwächenden Giftstrom in
Blut- und Lymphsystemen und stören die Nahrungsverwertung.
BIO: Sie
verwenden hierbei ein Verfahren aus der Weltraum-Technologie?
Dr. Zimmermann: In erster Linie verwenden wir zur Reinigung des
Darmes milde salinische Trinklösungen (z. B. Bittersalz), da die Reinigung von
oben zu erfolgen hat.
Die
von Ihnen angesprochene Colon-Hydrotherapie (Dickdarm-Wasserspülung mit einer
Maschine) stellt hier allerdings eine äußerst wertvolle Bereicherung dar. Da
sie neben vielen anderen Wirkungen die Selbstreinigungsflüssigkeit des Darmes
wiederherstellt und vor allem die Entgiftung von Schwermetallen fördert.
BIO: Sicher gehört doch auch eine Umstellung der Ernährung dazu?
Dr. Zimmermann: Natürlich ist die Ernährungsweise insgesamt von
entscheidender Bedeutung. Ein gereizter, erschlaffter, erschöpfter Darm braucht
- ebenso wie ein erschöpfter Mensch - Schonung und Ruhigstellung. Das bedeutet:
leicht verdauliche Kost in Verbindung mit einer neuen Ess- und Kaukultur.
Jeder, der hier Probleme hat, sollte sich auf die alte Volksweisheit besinnen:
„Gut gekaut, ist halb verdaut."
Auch
das gesunde Trinken muss regelrecht neu gelernt werden, da wir weitgehend den
natürlichen Instinkt - den Durst - verloren haben.
Mit
diesen Hilfestellungen kann der geschädigte Darm seine naturgemäße Funktion allmählich
wieder aufnehmen. Dann wird er eines Tages auch eine biologisch vollwertige
Kost wieder vertragen bzw. wieder verwerten können. Zu beachten ist dabei immer
ein Grundsatz: Nicht was wir essen, kommt uns zugute, sondern ausschließlich
das, was wir verdauen können!
|