„Die Abendmahlzeiten füllen die Särge!" (Kneipp)
Dr. med. Michael
Zimmermann ist Chefarzt der Klinik Zimmermann in Badenweiler.
Verleger Dieter Glatz und Redakteur Gernot Suttheimer sprachen mit ihm über die
Ursachen krankhafter Müdigkeit, Schlafstörungen und Behandlungsmöglichkeiten.
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Fit&Schön: Sie sind
Chefarzt der Klinik zur Behandlung chronischer und therapieresistener Erkrankungen
nahezu jeder Art. Dazu muss man wohl auch die weit verbreiteten Schlafstörungen
zählen. Was versteht man darunter?
Dr.
Zimmermann:
Schlafstörungen sind ein gravierendes Problem, welches zahllosen Menschen die
Lebenskraft nimmt. Hier unterscheiden wir zwischen Ein- und Durchschlafstörungen,
welche höchst unterschiedliche Ursachen haben. So sind Einschlafstörungen
häufig begründet in der Unfähigkeit, die Last und den Stress des Tages
abzulegen. Durchschlafstörungen dagegen wurzeln meist in einer schweren
Abendmahlzeit, die zunächst in einen bleiernen und quasi narkotischen Schlaf
sinken lässt, schnarchend oder gar mit den bekanntlich gefährlichen Atempausen,
der „Apnoe". Um zwei bis vier Uhr schreckt man dann hoch, oft an Alpträumen
oder mit Nachtschweiß. Völlig zu Recht meinte darum bereits Pfarrer Kneipp:
„Die Abendmahlzeiten füllen die Särge!"
Fit&Schön: Was ist Ihrer
Ansicht nach der Grund für Schlaflosigkeit?
Dr.
Zimmermann: Der
Grund liegt ganz eindeutig in Zersetzungsgiften aus dem Darm, welche den Blut -
und Lymphstrom überfluten. Wir müssen hier darum ganz klar von einer
regelrechten Selbstvergiftung aus dem Darm ausgehen, welche eine Fülle von Störungen
nach sich zieht, wie bleierne Müdigkeit, Störungen der Konzentration und des
Gedächtnisses, Kopfschmerzen, rheumatische und allergische Beschwerden,
unruhige Beine, Juckreiz, Hautausschläge, Gemütsstörungen wie Aggressivität
oder Mutlosigkeit mit melancholischen Anwandlungen, was bemerkenswerterweise
„dunkle Galle" bedeutet.
Fit&Schön: Erklärt sich
so auch die weit verbreitete Tagesmüdigkeit?
Dr.
Zimmermann: Ganz
gewiss! Allerdings ist dies nur die Spitze des Eisberges, da sich daraus auch
nahezu alle chronischen Beschwerden und Leiden ableiten lassen, die den
Bemühungen der üblichen Medizin hartnäckigen Widerstand leisten. Darum meinte
der überragende Stoffwechselforscher Prof. Dr. Pirlet: „ Wir Ärzte müssen bei
jeder Beschwerlichkeit oder Krankheit die Selbstvergiftung aus dem Darm
abstellen, und das müssen wir auch unsere Patienten lehren!"
Fit&Schön: Zu Beginn der
achtziger Jahre wurde in Kalifornien eine besondere Form der tiefgreifenden körperlichen
und geistigen Erschöpfung festgestellt. Sehen Sie hier einen Zusammenhang in
der Selbstvergiftung aus dem Darm?
Dr.
Zimmermann: Sie
sprechen hier das Chronic-Fatigue-Syndrom an, auch CFS genannt. Es handelt sich
dabei um eine lähmende und völlig unangemessene Erschöpfung, und zwar in verschiedenen
Abstufungen bis zur absoluten Apathie, Teilnahmslosigkeit und Bewegungsunfähigkeit.
Trotz immenser Forschungsarbeit konnte die eigentliche Ursache bislang nicht
gefunden werden, Es gibt dazu drei Theorien......
Fit&Schön: ...die wir aus
Platzgründen leider nicht näher erläutern können.
Dr.
Zimmermann: Dabei
scheint mit hoher Wahrscheinlichkeit auch ein gewöhnlicher Hefepilz, die so
genannte Candida Albicans, eine besondere Rolle zu spielen. Diese Pilzform bildet
ein besonderes Nervengift, das so genannte d-Arabinol, welches nicht nur tiefe
Erschöpfung bewirkt, sondern auch eine Vielzahl rätselhafter
Krankheitssymptome, wie Lymphdrüsenschwellungen, Muskelschwäche, unnatürlichem
Frieren und Frösteln, rheumatische Beschwerden, bis hin zu einer seltsamen
Veränderung des Wesens mit unangemessenem Verhalten und der Unfähigkeit,
einfachste Probleme zu lösen.
Fit&Schön:
Verdauungsstörungen machen also den Menschen in jeder Hinsicht krank und damit
müde, lethargisch, leistungsschwach und depressiv?
Dr.
Zimmermann: Genau!
Und umgekehrt wird jede Verbesserung des Verdauungssystems und seiner Drüsen
eine grundlegend bessere Voraussetzung für unsere Gesundung an Körper, Seele
und Geist bewirken. Das wussten bereits die alten Hochkulturen, die den „Bauch"
als den Sitz von Seele und Gemüt betrachteten. Das weiß auch unsere Sprache,
wenn wir etwa sagen: „ Ich kann meinen Kummer kaum verdauen".
Fit&Schön: Welchen Rat
würden Sie darum den von Schlafstörungen geplagten Menschen geben?
Dr.
Zimmermann: Das
Beste, was man für einen wohligen und erholsamen Schlaf tun kann, ist, die
Abendmahlzeiten wegzulassen oder zumindest sehr bescheiden zu halten und in
keinem Falle am Abend die gärungsfreudige Rohkost, Obst, Säfte oder Vollkornprodukte.
So wird man auch wesentlich weniger Schlaf benötigen und trotzdem ungleich
frischer sein. Gegen Einschlafstörungen hilft ein warmes Bad mit ätherischen
Ölen wie Melisse. Dann der altbewährte warme Leberwickel. Sehr hilfreich ist
ein abendlicher Einlauf mit warmem Wasser, um zumindest den Enddarm von
zersetzten Rückständen zu befreien (schließlich reinigt man ja auch sorgfältig
den Beginn des Darmes, nämlich den Mund). Und dann natürlich Entspannungsübungen,
wie das autogene Training, sowie die meditative Versenkung durch das lösende
und beruhigende Gebet, wobei Letzteres schwer fällt, wenn es im Bauch gurgelt
und drückt durch krankhafte Zersetzungsprozesse mit Fäulnis und Gärung.
Hier passt übrigens wunderbar der Hinweis auf die
Weisheit der Sprache, wenn wir uns den englischen Begriff für Frühstück näher
betrachten, was „Fastenbrechen" bedeutet. Ebenso im Französischen „Petit Dejeuner",
das kleine Fastenbrechen.
Fit&Schön: Was ist das
Fundament Ihrer Behandlung?
Dr.
Zimmermann:
Wir praktizieren in unserem Hause die Entgiftungs- und Gesundungstherapie nach
Dr. F. X. Mayr, dem legendären österreichischen Arzt und Wissenschaftler. Diese
Behandlung strebt eine grundlegende Sanierung des Verdauungssystems an, welches
sozusagen das Fundament unserer Gesundheit darstellt.
Fit&Schön: Welchen
Zeitrahmen erfordert so eine Behandlung?
Dr.
Zimmermann: Je
nach Krankheitsbild empfiehlt sich eine stationäre Behandlung von zwei bis drei
Wochen. In manchen Fällen ist jedoch bereits eine Woche stationären
Aufenthaltes sinnvoll und hilfreich, vor allem, weil dabei Vieles an Wissen
vermittelt wird, was man selbst tun kann. Dabei ist neben der Therapie unser gesprochenes
Wort vielleicht das wichtigste Medikament im Sinne des lateinischen „Medica mentem",
was wörtlich übersetzt bedeutet: „Heile den Geist!"
Fit&Schön: Der
lateinische Begriff für Arzt, nämlich „Medicus" heißt wörtlich übersetzt:" Der,
welcher wieder in die Mitte bringt." Das scheint ein wunderbarer Denkansatz für
Ihre zukunftsweisende Medizin zu sein. Wir danken Ihnen für dieses Gespräch.
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