Zusammenhänge, die jeder kennen sollte
Unter Allergien leiden hierzulande schon Millionen. Und täglich
werden es mehr. Unsere moderne Umwelt mit unzähligen Stoffen, die unserem
Organismus abträglich sind, ist wohl der Hauptübeltäter. Dazu kommen seelische
Überlastung, Hektik und ein für viele zunehmend härter werdender Existenzkampf.
Diesem Dauerstress sind heute immer weniger Menschen gewachsen. Dr. med. Michael Zimmermann sieht trotzdem Hoffnung.
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BIO: Unter
Neurodermitis mit ihren heftig juckenden Ekzemen leiden heute schon Kleinkinder.
Eine Qual nicht nur für die Betroffenen, sondern auch für die Eltern, die oft
mit ansehen müssen, wie geplagt ihre Kinder sind. Was weiß man heute über die
Entstehung der Neurodermitis?
Dr.
Zimmermann: Trotz allen wissenschaftlichen und praktischen Fortschrittes, stellt
diese überaus quälende entzündlich-allergische Hautkrankheit den Dermatologen
vor unüberwindliche Probleme, ja, sie scheint der Schulmedizin zunehmend zu
entgleiten. Weltweit hat sie denn auch beträchtlich zugenommen. Doch nach wie
vor liegt ihre Entstehung für die übliche Medizin im Dunkeln. Man vermutet
erbliche Zusammenhänge, nimmt an, dass sie durch „emotionalen Stress" verursacht
wird. Wenn das jedoch stimmt, müssten alle Menschen daran erkranken. Nur allzu
leicht gerät man in diese „psychosomatische Falle", weil Allergien über das
Nerven- und Hormonsystem auch das Gemüt beeinflussen und tatsächlich einen
solchen Zusammenhang nahe legen können.
BIO: Welche
Auslöser kommen sonst noch infrage? Welche Bedeutung kommt insbesondere einer
gestörten Darmflora zu, von der ja ebenfalls immer mehr Menschen betroffen
sind?
Dr.
Zimmermann: Ich glaube, wir sollten uns hier vor allem an die wissenschaftliche
Tatsache halten, dass das Immunsystem zu über 80 % im Darm lokalisiert ist. Nun
handelt es sich bei Allergien um krankhafte Fehlreaktionen des Immunsystems,
was bedeutet, dass man dem Verdauungssystem bei allen (!) allergischen
Erkrankungen, so auch bei der Neurodermitis, besondere Aufmerksamkeit widmen
sollte.
So weiß man heute, dass bei über 80 % der
Betroffenen der Hefepilz Candida albicans im Darm vorliegt - sicher auch mit
eine Folge des unkritischen Gebrauchs von Antibiotika sowie des hohen
Zuckerverbrauchs, welche letzten Endes eine Immunitätsschwäche des Darmes
bewirken, die wiederum Candida mit allen Folgeerscheinungen begünstigt.
Diese Candida-Toxine, Gifte also, irritieren
in hohem Maße das darmständige Immunsystem, was zu einer Schwächung oder zu
einer Überreizung führt, eben zur so genannten
Allergie. So kommt es zunächst zu einer falschen Reaktion des Immunsystems auf
bestimmte Lebensmittel, vor allem Milch. Doch testen wir einen solchen
Allergiker nur gründlich genug aus, so finden wir nicht selten Unverträglichkeiten
von 150-200 Lebensmitteln und mehr, so dass der betreffende Mensch eigentlich
überhaupt nichts mehr essen dürfte.
Törichterweise betrachten wir also die Lebensmittel
als Ursache des Leidens und vergessen ganz die gestörte Immunfunktion, vergessen
völlig den kranken Darm, den man durchaus beruhigen könnte!
Warum
unser Immunsystem immer anfälliger wird
BIO: Nun sind ja
auch Ekzeme, chronischer Schnupfen und Asthma „allergische" Beschwerden. Gilt
auch für diese Leiden das oben Gesagte?
Dr. Zimmermann:
Ganz
unbedingt, obwohl man sie als lokale Krankheiten zu betrachten pflegt und sie
leider nicht im Zusammenhang mit dem Immunsystem des Darmes sieht. Doch es geht
weiter. Auch bei vielen rheumatischen Leiden - wir sprachen darüber in einer
letzten Ausgabe von BIO - handelt es sich letztlich um so genannte
Auto-Immun-Mechanismen. Vielleicht ist die Zeit nicht mehr fern, in der man
auch die Migräne in diesem Zusammenhang betrachtet, die Multiple Sklerose, den
Krebs und zahlreiche andere Problemleiden, deren Ursachen bis heute als unbekannt
gelten.
BIO: Das sind
natürlich Gesichtspunkte von ungeahnter Tragweite - bieten sie doch einen
therapeutischen Ansatz, solche Leiden durch eine Darmsanierung endlich
ursächlich angehen zu können.
Dr. Zimmermann:
Das
ist richtig. Allerdings dürfen wir nun unsererseits nicht den Fehler machen,
andere das Immunsystem schädigende Faktoren zu unterschätzen. Wir sprachen
bereits die Umweltgifte an, den Stress und die Überforderung. Hinzufügen möchte
ich die Ausdünnung der Ozonschicht in der Stratosphäre, was sich äußerst
nachteilig auf unser Immunsystem auswirkt: Es gelangt mehr ultraviolette Strahlung
zur Erde, was letzen Endes die Funktion der Killerzellen des Immunsystems
beeinträchtigt.
Und vergessen wir auch nicht unsere
„hausgemachten" Schäden durch unüberlegte Nahrungsauswahl, wobei der Begriff
„gesunde" Nahrung (Rohkost, Körnern, Salate, Obst...) sehr relativ sein kann,
wenn man andererseits einen müden, ausgelaugten und erschlafften Darm hat mit
einer mangelhaften Drüsenfunktion. Das vermag den Wert einer „gesunden" Nahrung
ins genaue Gegenteil zu kehren. Diese Problematik haben wir ja schon des
Öfteren in BIO SPEZIAL erörtert. Aufschlussreich ist daher auch die Beobachtung,
dass Allergien unter „Gesundköstlern" weit verbreitet sind - als Folge einer
Überreizung des Verdauungssystems.
BIO: Welche
Anzeichen können aus Ihrer Sicht des Fachmanns darüber Aufschluss geben, ob der
Darm und insbesondere die Darmflora gestört ist, also „Dysbiose" vorliegt?
Dr. Zimmermann:
Hierzu
haben wir eine Fülle mikrobiologischer Untersuchungen, welche darüber Aufschluss
geben können. Abgesehen davon, dass nur recht wenig gesichertes Wissen über
eine optimale Darmflora besteht, sind diese Untersuchungen allerdings mit einem
entscheidenden Nachteil behaftet: es wird ein Dickdarmstuhl untersucht, der
über die Beschaffenheit des Dünndarms nur Unzureichendes aussagt. Dort jedoch
spielt sich der eigentliche Stoffwechsel ab. Dort sollten vergleichsweise
sterile Bedingungen herrschen, die auch keine Gasbildung aufkommen lassen. Letzteres
kann man darum geradezu als ein Kriterium für eine Dysbiose des Dünndarms
betrachten - und zwar ohne aufwendige Untersuchungen, die bekanntermaßen dann
doch keine vernünftige Konsequenz haben! Denn es hat sich längst erwiesen, dass
jegliche medikamentöse Behandlung dieses hochsensible und im Grunde noch viel
zu wenig bekannte Milieu der Darmflora nur äußerst unzufrieden stellend zu
korrigieren vermag. Handelt es sich doch um zumindest 500 verschiedene Keime!
Darum sind wir bemüht, die immerhin größte
Kontaktfläche unseres Organismus‘ mit der Umwelt, und das ist nicht die Haut,
sonder die Darmschleimhaut - den Hauptsitz unserer Immunität - in ihren
Funktionen zu verbessern. Das heißt im weitesten Sinne Medizin nach Dr. F. X.
Mayr, der bereits vor Jahrzehnten modernste wissenschaftliche Erkenntnisse unserer
Zeit über die Funktion von Darm, Drüsen und Immunsystem praktisch vorweggenommen
hat. Seine wahre Bedeutung liegt jedoch darin, dass er erstmals eine
Möglichkeit geschaffen hat, die Gesundheit wirklich zu bewerten, eine
Diagnostik der Gesundheit also. Denn dass Beschwerdefreiheit und normale
Laborwerte kein Zeichen von Gesundheit sein müssen, wissen wir längst, z.B. von
Patienten mit Herzinfarkt oder mit Krebs.
Was sind also die Kriterien der wahren Gesundheit?
Hier vermag die so genannte Gesundheitsdiagnostik nach Dr. F. X. Mayr Wegweisendes
zu leisten, nämlich Störungen des
Organismus schon in einem sehr frühen Stadium zu erkennen. Wenn noch
keine unmittelbaren Krankheitszeichen bestehen und noch keine messbaren
Veränderungen der üblichen Parameter von Labor usw. vorliegen. Insbesondere
erweist sich dann so gut wie immer der Verdauungstrakt als sanierungsbedürftig.
BIO: Aus
langjähriger Praxis sind Ihnen eine Reihe wirksamer Maßnahmen bekannt, um eine
gründliche Darmsanierung zu erzielen. Welche sind das im Einzelnen? Immer
wieder werden wir von den Lesern nach den Schritten dieser Therapie gefragt.
Dr.
Zimmermann: Unsere Therapie orientiert sich in erster Linie an der Schonung von Darm
und Drüsen durch Meidung reizhaltiger Lebensmittel im schon angesprochenen
Sinne. Hierzu ist leichtverdauliche Kost, sorgfältige Zubereitung der Nahrung
und insbesondere Esskultur durch gründlichstes Kauen und Einspeicheln erforderlich.
Das muss regelrecht neu gelernt werden! Die stärkste Form der Schonung ist
hierbei das Heilfasten, zur Ruhigstellung der überforderten Darm- und Drüsenfunktionen.
Der zweite Schritt ist die Reinigung des oft
erheblich verschmutzten Darmes mittels bestimmter Salzlösungen. Denn es hat
sich längst gezeigt, dass die gängigen
Antipilz-Medikamente alleine vielfach nicht in der Lage sind, die in den Tiefen
der Darmzotten anhaftenden Pilzkolonien dauerhaft zu beseitigen. Die benötigte
Dosis müsste so hoch sein, dass sie
schon wieder giftig wäre. Weiter haben sich als unterstützende Maßnahmen
regelmäßige Einläufe und insbesondere die Colon-Hydro-Therapie bewährt, über
die BIO-SPEZIAL schon berichtet hat. Diese aus der Weltraumtechnik stammende
Spülung des Darmes mittels eines speziellen Gerätes gestattet eine gefahr- und
schmerzlose Reinigung vor allem bei therapieresistenten Krankheitsfällen.
Der dritte Schritt zielt auf eine umfassende
Schulung des Patienten über Verhaltensweise und Nahrung ab, was jedoch nie zu
einer dauerhaften Diät im Sinne von Enthaltung führen sollte; weil es zum einen
nichts hilft und zum anderen psychisch fixierte Muster und durchaus auch
Mangelzustände entstehen könnten. Wir streben vielmehr an, Verträglichkeit und
Verwertbarkeit einer gängigen, allerdings biologisch hochwertig orientierten
Ernährung zu erreichen und auf diese Weise die Gesundheit zu stabilisieren.
BIO: Und das
scheint Ihnen mit einem engagierten Ärzte- und Therapeutenteam ja zu gelingen.
Denn häufig erfahren wir von unseren Lesern, dass eine derartige Behandlung
nicht nur die genannten Leiden gut zu beeinflussen vermag, sondern darüber
hinaus auch zu einer grundlegenden Verbesserung des Allgemeinbefindens führt.
Sie berichten, dass sie sich leistungsfähiger, energiegeladener, einfach viel
vitaler fühlen. Herr Dr. Zimmermann wir danken Ihnen sehr herzlich für das
informative Gespräch!
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